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Kuriosester Buchtitel 2009

Das Leben ist keine Waldorfschule ist auf der Longlist für den Preis des Kuriosesten Buchtitels 2009! Zuerst dachte ich nur: Yeah, watn Spaß, endlich auch mal auf einer Longlist. Und dann sah ich das hier und das hier und dachte: Wow. Gar nicht mal so übel. Ziemlich cool. Die Mitteldeutsche Zeitung bringt mein Buch sogar in Verbindung mit wildesten Spekulationen bzgl. Barbara Becker. Der Preis des Ruhms, vermute ich.

Und jetzt will ich natürlich auf die Shortlist und freue mich über eure Stimme für Das Leben ist keine Waldorfschule hier. Wählt mich (auch wenn zugegenermaßen ein oder zwei andere Kandidaten ein kleines bisschen witziger sind. Aber darum geht’s ja nicht.) Bitte. Ich guck auch lieb.

Apropos Das Leben ist keine Waldorfschule: Deichhelden.de, das Magazin der Nordseezeitung bespricht mein Buch und mag es.

Seine Geschichten sind die besten Seelentröster, wenn das Leben mal wieder richtig gemein war. Und deshalb die Wertung: Sehr gut!

Yeah!

“Toller Text! Zahlen Sie nur 8.000 € und wir veröffentlichen ihn!”

Während meiner Zeit bei der Sparkasse gab es mal eine Kreditanfrage einer Dame, die eine Erzählung verfasst hatte und nun dem Banker freudestrahlend berichtete, einen Verlag gefunden zu haben, der bereit war, ihre Erzählung zu veröffentlichen. Welch Glücksfall, es sei ihr nun beschert, schon bald vom Schreiben leben zu können. Alles, was sie tun müsse, sei knapp 3.500 € zuzuschießen und dann könnte es schon losgehen. Deshalb wende sie sich jetzt an die Sparkasse, um einen Kredit für den Zuschuss aufzunehmen. Die gute Dame hatte Glück, dass der Banker von mir wusste und mich nach meiner Meinung fragte. Auf keinen Fall einen Kredit gewähren, riet ich, und unbedingt der Dame empfehlen, dieses Verlagsangebot in die Wüste zu schicken.

Leider Gottes kein Einzelfall. Eine gesamte Branche lebt von der Eitelkeit ambitionierter Autoren und der Unehrlichkeit deren Umfelder. Im Literaturcafé habe ich hierzu einen sehr guten Artikel gefunden, der für alle angehenden Autoren Ratschläge bereithält, die helfen, sich durch den Dickicht der Halsabschneider hindurchzunavigieren.

Aber wieso zahlen dennoch so viele Menschen Geld, um veröffentlicht zu werden?

Die Antwort ist oft schmerzlich und erfordert eine realistische Sicht auf die eigene Arbeit: Die meisten Texte sind einfach zu schlecht oder nur für eine so kleine Zielgruppe interessant, dass ein normaler Verlag völlig zu Recht keine wirtschaftliche Grundlage für eine Veröffentlichung sieht. Wenn aber dann ein Unternehmen, das sich Verlag nennt, dem Text ein gewisses Potenzial bescheinigt, fühlt sich der Autor endlich bestätigt und verstanden und wirft jedes Misstrauen über Bord. Es ist, als würden Sie einem wildfremden Menschen 100 Euro in die Hand drücken, wenn dieser Ihnen bescheinigt, dass Sie einfach umwerfend gut aussehen.

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