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Warum man das macht

Mischa-Sarim Vérollet bei EinsLive

Mischa-Sarim Vérollet bei EinsLive

Vor 9 oder 10 Jahren hörte ich erstmals die Sendung Klubbing auf EinsLive. Zu dem Zeitpunkt machten Marc Oliver Schuster und ich – ich war 17 oder 18 – erste zarte Gehversuche in der Welt der Literatur und fortan gab es diesen einen kleinen, wenn auch ausreichend großen, weil zwischenzeitlich unerreichbaren Traum, selbst einmal im Kultkomplex-Café zu sitzen, mit Mike Litt zu quatschen und aus einem meiner Bücher zu lesen.

Was soll ich sagen. Es gibt kaum Schöneres, als wenn sich Träume erfüllen.

Danke, EinsLive. Danke, +-300.000 Hörer oder so. Danke allen, die vor Ort, vorm Radio, via Twitter, E-Mail und SMS dabei waren. Danke allen, die mein Buch noch in der selben Nacht bis auf Platz 143 bei amazon schickten. Danke, Bier!

Man wird oft gefragt, warum man das macht, dieses Schreiben und Auftreten, dieses Seelen strippen, warum man das – neben dem tatsächlich sekundären aber nicht zu unterschätzenden finanziellen Vorteil – macht. Die Antwort ist einfach. Beispielsweise wegen Mails, wie der, die ich am Wochenende, nach Klubbing via myspace erhielt:

Ich möchte Dir was erzählen: Der gestrige Abend stand kurz davor sehr einsam und alkoholbedürftig zu werden bis ich einen Anruf von meinen Freunden erhielt. Zehn Minuten später saß ich mit genau diesen Im Auto und wir sind einfach so herumgefahren (Dinge, die die Jugend von heute macht um des Lebens nicht überdrüssig zu werden …) auf durch die Nacht! Wir besuchten unseren guten Freund Mc Donalds und kauften seine Pommes. Bis sich auf einmal Deine Stimme durch die kleinen Radiolautsprecher zwängte. Es schien kurzzeitig wie ein minimalistischer Krieg zwischen Mensch und Machine! Es rauschte und Dir blieb die Stimme weg. Du gegen das Radio: Und Du hast gesiegt (YES!). Von da an saßt du angenehme 20 Minuten mit uns im Auto. Wunderbare Geschichten vor dich hinerzählend, auf den Katzenplatz – hinten mitte, gequetscht. Ich habe versucht mir im Licht der vorbeiziehenden Straßenbeleuchtung den Titel deines neuen Buches und den Termin für Dortmund auf die Arme zu schreiben. Hat super geklappt: Mein Spiegelbild sagt “ttoG .hcid fua hets hcI” (Okay das war gelogen. Aber die Worte haben sich auf meinen Armen vermehrt. Aber nicht einfach als Klone – als Neue Rasse! Danke. Auf die Pommes des Todes!

<3

Für alle, die es verpasst haben, es gern aber nicht verpasst hätten: ARD wie EinsLive selbst bieten meine Lesung aus “Das Leben ist keine Waldorfschule” als Stream an.