Archiv der Kategorie: Überhaupt

Rin inne Kartoffeln, raus ausse Kartoffeln

Ich mach’s kurz: Hier ist’s vorbei. Weiter geht’s hier, auf meiner neuen Homepage:

www.verollet.de

Dort befindet sich jetzt nicht nur meine Homepage sondern auch mein Blog in einem neuen – wie ich finde – wunderschönen Zuhause. Kommt vorbei! Und bitte aktualisiert eure Links (denn nicht nur verollet.com stirbt aus, auch www.lmbn.de/mischa! Danke!

Liebe Frau Groenewold

wenn Ihnen schon dieser Satz

“Die von den Lüftungsschächten der Klimaanlage aufgewirbelten Staubpartikel und Sakkoflusen tanzen besoffen in der schräggeschäfteten Sonnensäule, und die Luft über dem Tisch gleicht dem durchsprühten Raum über einem frisch eingeschenkten Mineralwasser.”

zu kompliziert ist, sprachmächtig erscheint und Sie – so lese ich Ihr Fazit – überfordert, bitte ich Sie inständigst, in Zukunft aus gesundheitlichen Gründen die besseren Poetry Slams und Lesebühnen dieses Landes zu meiden. Ihr Kopf könnte platzen. Die dortige Dichte solcher Sätze ist atemberaubend.

Augenzwinkernd,

Ihr Mischa-Sarim Vérollet

P.S.: Was die Relevanz des Buches und des Projekts betrifft bin ich aber ganz bei Ihnen.

P.S.: Eine aufmerksame Leserin machte mich drauf aufmerksam, dass ich Ihren Namen falsch geschrieben hatte. Asche auf mein Haupt. Sie dürfen jetzt auch mal meinen Namen falsch schreiben, als Wiedergutmachung.

Ich würde Sven Regener nicht per se widersprechen

Aber dass er, gefragt nach seinen bisherigen Stadionbesuchen im 11 Freunde-Interview, in Bezug auf ein Fußballspiel an dem Bielefeld beteiligt ist, antwortet, dass schön was anderes sei, nämlich wörtlich:

Und dann war ich noch einmal bei St. Pauli gegen Bielefeld. Und da muss ich ehrlich sagen, das brauche ich nicht, schön ist was anderes. Das hat mir damals für mein Leben gereicht.

kann ich ihm nicht durchgehen lassen. Gut, letzte Saison hätten wir gesagt, hatta recht, hatta. Aber es weht jetzt ein anderer Wind. Arminia geht jetzt auch in schön.

Wie geil war denn bitte Montag?! Dass ich das nach 15 Jahren als Arminia-Fan nochmal erleben darf…

Flix geht ab!

Flix, verehrter Comic-Dude aus Berlin und meinen Lesern bestens bekannt als Illustrator meines Buchs und gelegentlicher Lesereisenbegleiter, haut in diesen Wochen kräftig einen raus. Und alles was er macht ist wie immer äußerst empfehlenswert. Als da wäre beispielsweise:

DA WAR MAL WAS (BEISPIEL)

DA WAR MAL WAS (BEISPIEL)

Sein neues Buch Da war mal was: Erinnerungen an hier und drüben – die in meinen Augen beste Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex DDR, die ich je gelesen habe. Man sollte das Prädikat Meisterwerk nicht inflationär gebrauchen, aber wenn man bei einem deutschen Comic davon sprechen darf, dann in diesem Fall, da bin ich mir sicher. Ein Comic, der mich sehr bewegt hat. Das Buch ist eine Sammlung von kurzen Comicstrips, die er für den Tagesspiegel schrieb und zeichnete, und in denen er die ganz persönliche Geschichte oder Gedanken eines Bekannten bezüglich der DDR illustrierte – ein Beispiel nach dem Klick auf das Vorschaubild, weitere auf seiner Homepage und im dazugehörigen Themenblog DA WAR MAL WAS. Aber bevor ihr euch die Bilder einzeln und in 72dpi anguckt holt euch lieber den gebundenen und juste bei Carlsen erschienenen Comic. Oder, noch besser, fahrt nach Berlin, schaut euch die Ausstellung an der Bernauer Straße an und kauft euch danach den Comic
. Noch nie war wider dem Vergessen liebevoller bebildert.

Aber das ist noch nicht alles:

Ab sofort ist Flix zudem offizieller FAZ-Comicboy. Seit dem 28.7.2009 bringt uns unser Flix jeden Tag seine Version des Faust’schen Stoffes näher – Infos dazu hier. Zwar kann man sich auf diesen Seiten die Comicstrips auch online ansehen, aber ich empfehl euch, sie im Kontext der Zeitung zu betrachten. Im Internet verlieren die einzelnen Panels doch sehr an Gesamtwirkung. Also. Endlich mal wieder ein Grund, die FAZ zu kaufen.

Verbrennt mehr Kindles

Hätte ich auch nie gedacht, dass ich das mal sage, aber ich sag’s: Bin ganz dem Lance seiner Meinung. So isses! Bin ja früher, als der Michi noch fuhr, jeden Sonntag aufgestanden, um Formel 1 zu gucken. Den Michi, den mochte ich als Fahrer. Im Gegensatz zu diesem ganzen verwöhnten jungen Fahrergemüse von heute. Der Michi, das war noch ein Fahrer. Sprich: Ich hab jetzt Sonntags wieder was vor. Wenn ich nicht schon was vor habe.

Am Mittwoch feierte Bielefelds gesammeltes Autorenkartell bei unserem Lieblings-Griechen (im Sinne von Grieche, nicht griechisches Restaurant) die erste große Lesebühnensause. Nach jahrelanger Feindschaft und unzähligen Toten ein bewegender Augenblick. Sacha Brohm lässt den Abend Revue passieren und enthüllt, dass Lampe genauso knapp einer Katastrophe entgangen ist wie die Menschen gestern abend in der Dunlopstraße in Bielefeld-Sennestadt.

Tja, und heute abend geht der Spaß genauso munter weiter. Junge Menschen lesen irgendwo im Wald. Ausgerechnet ich, der ja die Natur eher so ein bisschen hasst. Aber nun gut. Brackwede soll’s sein.

Abschließend noch was zur Überschrift. An alle Überschriften-schnell-scannen-kurz-trollen-und-wieder-weiter-surfer: Da steht nicht Kinder! Kindle steht da. Das ist dieses satanische Teufelszeug. Ich hasse E-Books! Sie sind der Untergang des Abendlandes, und zwar immer zwei Mal mehr als Lady Gaga. Ich bin da total anderer Meinung als zum Beispiel der Marc (dessen Blog ich aber um Gottes Willen nicht deshalb boykottiere, sondern erst seitdem er ohne jegliche Vorwarnung auf seiner Startseite Spinnencontent hatte. Ich zittere immer noch). Wo war ich. Ach ja. Ich hasse E-Books. Da fehlt mir die Haptik, die Athmosphäre. Ich liebe es, Menschen zu besuchen, sie pauschal vorab zu hassen, um sie dann nach einem Blick auf einen prall gefüllten Bücherschrank wieder lieb zu gewinnen. Ein Buch gehört auf Papier und in einen Umschlag. Wenn ich mir nur mal so als Beispiel Foers zeitloses Meisterwerk als E-Book vorstelle kotze ich meinem Mitbewohner heute abend noch ins Zimmer. Furchtbar. Und dann diese Argumente. Toll, jetzt braucht man keine tonnenschweren Bücher mehr zur Uni / Schule / Gerichtstermin schleppen. An die bald arbeitslosen Mitarbeiter von Amigo, Scott und 4You denkt wieder niemand.

E-Books sind keine Bücher. Insofern darf ich – um mal einen Zusammenhang herzustellen – mit einem Seufzer verkünden, dass es mein Buch “Das Leben ist keine Waldorfschule” demnächst als kein Buch, sprich: E-Book, gibt. Zum Glück aber auch noch in Echt. So zum inne Hand nehmen. Glaub aber ohnehin nicht, dass irgendjemand mein E-Bxxxxxxxxk kauft. Falls sich die E-Bxxxxxk-Fassung aber tatsächlich wider Erwarten mehr als 70 mal verkaufen sollte (was knapp unter 1 % der Gesamtverkaufssumme meines Buches entspräche), bin ich gern Hure. Whatever.

Ohne Worte

Dass Arminias Schatzmeister Kentsch auf die Frage eines Radiojournalisten, ob er sich nach Arminias Niedergang auch selbst in Frage stelle, antwortet “Ich verstehe Ihre Frage nicht”, ist traurig und zeigt woran es bei Arminia mangelt – an Selbstkritik auf allen (!) Ebenen.

(Aus dem großartigen Kommentar von Sven Stickling)

Kentsch raus!

Nachts im Museum

Judith Hermann ist ja echt mal hässlich. Fällt mir dieser Tage so auf. Sie sieht ein bisschen aus wie die selbstgemachte Wachsfigur von Virginia Woolf in einem Allgäuer Wachsfigurenkabinett, welches von einem sympathischen Rentnerehepaar als kleiner Nebenerwerb betrieben wird und in der Nebensaison meist geschlossen bleibt. Passt ja auch gut zu ihrer Hinterwäldlermentalität. Und natürlich bin ich nur neidisch, weil die gute Frau Hermann eine Startauflage in Höhe von 100.000 Exemplaren ihrer neuen Feuilleton-Bettlektüre hat.

Aber das wollte ich eigentlich gar nicht erzählen. In naher Zukunft kommt der zweite Teil von Ben Stillers herrlichem Klamauk Nachts im Museum ins Kino. Garantiert kein Meisterwerk – war der erste Teil auch nicht – aber genau die Sorte absurden Spaßes, an der ich meine helle Freude finden kann. Ich meine, wer hat sich das als kleiner Junge nicht vorgestellt, dass diese ganzen langweiligen Museumsstücke zum Leben erweckt werden. Und wenn ich ganz ehrlich bin: Genau das geht mir heute nach wie vor durch den Kopf, wenn ich von irgendwem ins Museum gezerrt werde.

Aber das wollte ich eigentlich auch gar nicht erzählen. Eigentlich wollte ich nur kurz erwähnen, dass am Samstag die sehr sympatische Lange Lesenacht in der Oranienstraße vonstatten geht und ich um 0 Uhr die Ehre habe, im Max&Moritz lesen zu dürfen. Wer kommen mag, soll kommen. Eintritt frei.

Diverses (3)

Was soll ich lang und breit schwärmen wie geil LMBN #4 war, wenn unser Gast Sträter so wunderbar auf seine unnachahmliche Art berichtet und ich aufgrund dessen Mitglied sein wollte, wäre ich es nicht schon.

Der Nachhall der EinsLive-Klubbing-Lesung hört nicht auf. In Dortmund berichtete mir jetzt eine Hebamme, sie habe während einer Geburt meinen Auftritt gehört und während die arme Gebärende in den Wehen lag derart gelacht, dass sich die Familie nicht mehr ganz ernst genommen fühlte. Damn, dafür machen wir das doch, toll!

Am Wochenende war ich in Fulda Gastreferent eines Praxisseminars des avj, zum Thema “All-Ager-Literatur”. Ich hatte nicht nur eine äußerst unterhaltsame Lesung aus meinem Buch vor Buchhändlern und Verlagsvertretern, ich durfte auch an einer Podiumsdiskussion teilnehmen und einer Diskussionsrunde beiwohnen. Interessant, der Blick über den Tellerrand. Abends las Harry Rowohlt aus Flann O’Brien, im Anschluss tranken wir ein bis drei Biere und redeten übers Catchen, Fußball und Waldorfschulen. Ein äußerst beeindruckender Vorleser und sympathischer Mensch. Allerdings ist er genau so alt wie mein Vater, sieht aber zehn Jahre älter aus. Das Rockstarleben, das Rockstarleben.

Ganz wichtig: Am 30. Mai feiert Brohmeleins Büchlein Premiere im Lichtwerk Kino zu Bielefeld. Unbedingt hingehen! Und auf den Lichtwerk-Seiten ist auch das obligatorische Promo-Video online.

Und wie ich gerade erfahre hat mich der sehr geschätzte Carlsen-Kollege Reinhard Kleist im neuen Zitty-Kinospot verewigt (ca. Minute 0:25-0:26). Toll, fühle mich sehr geehrt. Überhaupt Reinhard Kleist: Sein Graphic Novel “CASH – I see a darkness” hat mich sehr berührt und ist in meinen Augen um Längen besser als “Walk the Line”. Lese-Empfehlung!

Vor einem Jahr

Genau heute vor einem Jahr bestieg ich nichtsbösesahnend die Bühne des Bielefelder Tanztheaters Dans.Art und gab drei Texte zum Besten. Was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste: Im Publikum saß – clever von meinem Freund Ralph Ruthe arrangiert – ein Lektor des Carlsen Verlags. Das war der Anfang einer ziemlich abgefahrenen Zeit.

In den letzten zwölf Monaten habe ich einiges erlebt, von dem ich zwar oft geträumt, aber kaum zu hoffen gewagt hatte, es zu erleben. Ich habe ein Buch in einem der größten Verlage Deutschlands veröffentlicht, arbeite gerade am nächsten, welches auch dort veröffentlicht wird und toure munter mit großen Augen durch die Weltgeschichte, mich zwischen Buchmesse, Radio-Shows, Solo-Touren und Poetry Slams immer wieder kneifend. Das macht sehr viel Spaß und ist genau das, was ich immer wollte. Fürs Schreiben leben. Darüber hinaus habe ich dank dieses schicksalhaften Tags vor zwölf Monaten sehr viele tolle Menschen kennengelernt, von denen ich viele mittlerweile zu meinem Freundeskreis zählen darf, Menschen, mit denen man gern Zeit verbringt und von denen man sich inspirieren lässt. Das alles zählt tatsächlich viel mehr als die Tantiemen, die solch ein Buch mit sich bringt, das ist es schließlich, was bleibt (womit Silbermonds Frage auch beantwortet wäre, da muss man doch nicht extra einen Schlager draus machen, frag doch mich).

Apropos heute vor einem Jahr: Morgen vor 150 Jahren starb Alexander von Humboldt und ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um noch mal auf das großartige Buch von Daniel Kehlmann hinzuweisen. Kein anderes Buch habe ich so oft und so gern verschlungen wie dieses und auch wenn ich mich wiederhole: Ich halte “Die Vermessung der Welt” für das Beste, was die deutsche Sprache seit Langem hervorgebracht hat. Kaufen! Lesen! Freuen!

Diverses (2)

Der Blogger Locker vom Hocker hat mein Buch gelesen und spricht auf sehr charmante Art einen Denkfehler bei der Umschlagsgestaltung an. Und er hat natürlich völlig recht, da haben wir gepennt. Das werde ich direkt an die oberen Instanzen weiterleiten. Danke, Jonathan!

So! Jetzt ist’s soweit! Ich bin “Big in Japan!” Naja, zumindest in einem Z-Shop oder so bei amazon in Japan. Das ist doch schon mal was. Bloß: Man weiß ja nie, ob die mit ihren Schriftzeichen nicht auch einfach Quatsch dazuschreiben, wer soll das schon überprüfen.

“Movers and Shakers” ist so’n New Economy-Web 2.0-Anglizismus den ich völlig bescheuert finde. Muss dat?! Naja. Offensichtlich gehörte ich Samstag zu dieser ominösen Gruppe bei amazon, von der ich bis dato nicht den kleinsten Hauch einer Ahnung hatte. Wie mir ein Leser freundlicherweise per E-Mail aber leider ohne Screenshot berichtete, belegte ich Samstag Platz 1 bei den Aufsteigern des Tages. Na, immerhin irgendwo Nummer 1! Champagner!