Archiv der Kategorie: Medien

Liebe Frau Groenewold

wenn Ihnen schon dieser Satz

“Die von den Lüftungsschächten der Klimaanlage aufgewirbelten Staubpartikel und Sakkoflusen tanzen besoffen in der schräggeschäfteten Sonnensäule, und die Luft über dem Tisch gleicht dem durchsprühten Raum über einem frisch eingeschenkten Mineralwasser.”

zu kompliziert ist, sprachmächtig erscheint und Sie – so lese ich Ihr Fazit – überfordert, bitte ich Sie inständigst, in Zukunft aus gesundheitlichen Gründen die besseren Poetry Slams und Lesebühnen dieses Landes zu meiden. Ihr Kopf könnte platzen. Die dortige Dichte solcher Sätze ist atemberaubend.

Augenzwinkernd,

Ihr Mischa-Sarim Vérollet

P.S.: Was die Relevanz des Buches und des Projekts betrifft bin ich aber ganz bei Ihnen.

P.S.: Eine aufmerksame Leserin machte mich drauf aufmerksam, dass ich Ihren Namen falsch geschrieben hatte. Asche auf mein Haupt. Sie dürfen jetzt auch mal meinen Namen falsch schreiben, als Wiedergutmachung.

Kuriosester Buchtitel 2009

Das Leben ist keine Waldorfschule ist auf der Longlist für den Preis des Kuriosesten Buchtitels 2009! Zuerst dachte ich nur: Yeah, watn Spaß, endlich auch mal auf einer Longlist. Und dann sah ich das hier und das hier und dachte: Wow. Gar nicht mal so übel. Ziemlich cool. Die Mitteldeutsche Zeitung bringt mein Buch sogar in Verbindung mit wildesten Spekulationen bzgl. Barbara Becker. Der Preis des Ruhms, vermute ich.

Und jetzt will ich natürlich auf die Shortlist und freue mich über eure Stimme für Das Leben ist keine Waldorfschule hier. Wählt mich (auch wenn zugegenermaßen ein oder zwei andere Kandidaten ein kleines bisschen witziger sind. Aber darum geht’s ja nicht.) Bitte. Ich guck auch lieb.

Apropos Das Leben ist keine Waldorfschule: Deichhelden.de, das Magazin der Nordseezeitung bespricht mein Buch und mag es.

Seine Geschichten sind die besten Seelentröster, wenn das Leben mal wieder richtig gemein war. Und deshalb die Wertung: Sehr gut!

Yeah!

Portrait im Deutschlandradio

Gestern um 10.50 lief im Deutschlandradio lief ein nettes kleines Portrait über mich. Und was so Internet angeht, sind die ÖffRechtis ja fit: Der Stream ist bereits online und kann hier (hier direkt) abgerufen werden.

Er trägt eine dunkle Sonnenbrille und sieht unnahbar-cool aus, trotz seiner bunten Kapuzenjacke. Sein kräftiger Körperbau, die wilden langen Locken und der Vollbart geben dem 27-Jährigen etwas von einem Rocker.

Berlin, zitty Leserlounge@Kantine Berghain (26.3.20009)

zitty_twinity12

Man merkt, dass man alt wird, wenn man sich in technisch geprägten Situationen fühlt wie einst der Vater beim Erwerb des ersten Computers. So geschehen mir und meinem Kumpel Flix bei der zitty Leserlounge in der Kantine Berghain.

Vorab: Die Lesung war großartig, wir hatten sehr viel Spaß, ein tolles Publikum und einen sehr charmanten Moderator, kurz: Ein Abend, wie er runder kaum geht. Knapp über 100 Zuschauer hatten sich in der damit vollen Kantine des Berghains eingefunden, um meinen Texten zu lauschen und Flixens Cartoons zu bestaunen. Die Stimmung war prächtig. Aber jetzt kommt der Clou, wie bereits kurz im vorigen Posting angesprochen:

Zeitgleich wurde die Lesung in die 3D-Welt Twinity übertragen, Second Life nicht unähnlich, dafür aber mit konkretem Berlinbezug. So hat die zitty in twinity ein virtuelles Redaktionsbüro und genau dort fand die, äh, Übertragung unserer Lesung statt. Die Mitarbeiter von twinity hatten 3D-Figuren von Flix und mir erstellt und diese bewegten sich zum Audiostream unseres Live-Auftritts (siehe Fotos in diesem Beitrag, per Klick vergrößern).

“facial musculature and laughing animations were almost overstrained” – the twinity times

zitty_twinity07

Der Knaller: Knapp über 30 virtuelle 3D-Zuschauer, hinter denen reale Personen an Rechnern quer durch die Bundesrepublik steckten, schauten sich über den Abend verteilt die Lesung an und – der Oberknaller – beteiligten sich sogar an der sich der Lesung anschließenden Fragerunde. So kam es dann, dass der Twinity-Mitarbeiter sich zu Wort meldete und sagte: “Sonja aus Twinity fragt: …” Wir antworteten, was Sonja per Audiostream mitverfolgen konnte und mit einem virtuellen 3D-Winker in Richtung unserer 3D-Avatare goutierte. Höhepunkt: Flix und ich riefen – völlig überfordert mit und überwältigt von diesem technischen Mindfuck – “Hallo twinity!” ins Mikro. Wie wir später erfuhren antworteten die 3D-Zuschauer tatsächlich und schrieben freundlich via Chatfunktion “Hallo Mischa, hallo Flix!” zurück. Schräg. Lustig und faszinierend, aber auch schräg. Eine definitiv sehr interessante Erfahrung, für die ich mich bei zitty und twinity bedanke und die ich nicht missen möchte. Da werde ich glaube ich noch meinen Kindern von erzählen. Aber ich hoffe, ihr twinitens (nennt man twinity-citizens so?) seid mir nicht böse, dass ich reale Lesungen nach wie vor bevorzuge, genau wie ich ebooks – im Gegensatz zu Marc – nicht so wirklich etwas abgewinnen kann.

zitty_twinity04Ach ja, auf diesem Bild kann man sehen, wie Flix und ich unserer virtuellen Gewinnerin gratulieren, die ganz unvirtuell ein echtes Buch gewann, welches ihr in ihre unvirtuelle Heimatstadt Osnabrück geschickt wird. Viel Spaß!

Radio und Fernsehen

Wenn alles klappt und die meine Nummer noch haben sollte es binnen der nächsten Stunde auf Radio Bremen 4 ein Live-Interview in der Sendung “Gefühlsecht” mit mir geben. Bin gespannt, ob das Telefon gleich klingelt. Die gute Frau ist bereits in der Leitung, gleich geht’s live, hier gibt’s nen Stream.

Und dann, um 23.45 Uhr, strahlt das WDR-Fernsehen meine Folge des Poetry Slams aus. Hab ich gewonnen? Lasst euch überraschen! Nur soviel sei verraten: Es gab ein Stechen zwischen Bumillo und mir…

(EDIT: Hui, der WDR ist wieder fix – den Auszug mit meinem Beitrag kann man sich bereits hier anschauen. Dabei fällt mir wieder auf, wie ätzend das 3-Minuten-Format ist. Und wie dünn ich im März 2007 noch war…)