Es ist da, Baby!

Ich gebe zu, ich hatte derbe Muffensausen. Eine Buchpremiere an sich ist bereits jede Aufregung wert, aber dann auch noch das Majordebüt und damit nicht genug – auch noch in einer anderen Stadt, in der Metropole Hamburg. Ich kleiner Bielefelder Autor stelle also mein Buch in Hamburg vor, in eine der beiden Hamburger Poetry Slam-Keimzellen. Das konnte nur schief gehen. To cut a long story short: Es ging nicht, und zwar nicht schief. Erleichterung und Freude galore, das kann ich euch sagen (Bilder folgen bald).

Die Vorzeichen am Donnerstag morgen waren bestens: Markus erhielt sein Exemplar via Amazon pünktlich, die Sonne schien und dann wurden wir auch noch ohne Aufpreis bei Sixt auf eine Mercedes B-Klasse upgegradet. Wir, das waren meine Freundin und meine beste Freundin. Ein bekanntes Sprichwort sagt ja: Nimm gute Freunde mit, gehst du nach Hamburg. Und genau das tat ich. Nach kurzweiliger Fahrt erreichten wir die Alstermetropole, checkten im Hotel ein und flanierten ins Schanzenviertel. Einen leckeren Falafelteller und Grappa später traf ich mich mit den Carlsen-Leuten und meinem Wunsch-MC Paul Hofmann im Haus III+70. Es konnte losgehen.

Und wow, es ging los, aber wie! 90  Zuschauer, alle Plätze besetzt, 70 Minuten beste und ausgelassene Stimmung (von wegen humorkarge Nordlichter und so), im Anschluss eine gute Signierhalbestunde, Forsi schmiss Konfetti, ich knutschte meine Freundin, wir alle betranken uns und feierten beim Griechen im Schulterblatt und anschließend im Saal II noch bis in die frühen Morgenstunden. Und am nächsten ganz leicht verkaterten Morgen konnte ich dann eine gerahmte Flix-Originalillu (tollerweise ist noch die Bleistiftvorlage zu erkennen) bewundern. Toll!

Und jetzt? Jetzt wirst du reich, oder, Dude?

Tja, wenn ich für jedes Mal, dass ich diesen und ähnliche Sprüche nen Euro gekriegt hätte, wäre ich schon sehr bald reich. Aber so… Nein, ich bin nicht und werde realistischerweise auch in naher Zukunft nich reich in dem Sinne sein. Fakt ist: Ein Vertrag beim Major ist etwas sehr Großartiges und Besonderes, aber noch lange kein Garant für Erfolg. Um es mal in Zahlen auszudrücken: Jährlich kommen alleine in Deutschland 80.000 Bücher raus, ACHTZIGTAUSEND. Und von denen schaffen es gerade mal 100, eine breite mediale und publikumswirksame Aufmerksamkeit zu erhaschen. Nun kann sich natürlich jeder ausrechnen, wie die Chancen stehen, einen Bestseller zu landen.

Oder anders ausgedrückt: Die Carlsen-Belletristik-Bestseller waren allesamt Glück und sind der Intuition des jeweiligen Lektors zu verdanken (ich spreche beispielsweise von Rowling und Stephenie Meyer). Planen kann man Erfolg nicht. Was aber nicht heißt, dass es keinen Vorteil hat, beim Major zu sein. Um Gottes Willen, im Gegenteil!

Wenn mich jemand fragt, was die Unterschiede zwischen Carlsen und meinem ersten Verlag Lektora sind, dann sage ich immer: Bei Lektora hieß mein Lektor Karsten, mein Chefverlager: Karsten, mein Layouter: Karsten, mein Pressebetreuer: Karsten und der Buchhalter: Karsten. Bei Carlsen haben alle diese Positionen verschiedene Namen. Was das für die Intensität der Betreuung ausmacht kann sich jeder an seinen zehn Fingern ausrechnen. Egal, wie leidenschaftlich Karsten zu Werke ginge (und er geht leidenschaftlich zu Werke, das kann ich euch sagen!!!), er könnte die geballte Kraft eines Carlsen-Verlags nicht erreiche, das liegt nun mal in der Natur der Dinge. Ich meine, ich habe eine eigene PR-Agentur, die mein Buch vermarktet! Und das, das ist eben das tolle an einem Major-Deal. Erfolg ist nicht plan-, aber beeinflussbar. Es gibt positives Feedback von Medien, die mich vorher nicht beachtet haben, ich erhalte Auftrittsmöglichkeiten, die so sonst schwer zu bekommen wären, ich meine, mein Traum erfüllt sich grad in der offiziellen Einladung zur Leipziger Buchmesse! Zudem wird es mein Buch deutschlandweit ab Februar in den meisten Buchhandlungen vorrätig zu haben geben – allein das ist schon ein enormer Schritt nach vorn, der sich verkaufsfördernd auswirken wird. Wunder gibt es trotzdem nicht. Manche lehnen ohne Angabe von Gründen ab. Gleichzeitig hat mich das Literaturhaus Köln für eine Soloshow eingeladen – an der mangelnden Qualität kann’s also nicht liegen. Das Fazit letztendlich: Der Major-Deal ist für mich als Autor eine riesengroße Chance und Bestätigung. Es kann alles passieren – vom Bestseller über verkaufte erste Auflage bis hin zur Verramschung ist alles drin. Und das macht mir zwar durchaus ein bisschen Angst, ist aber auch verdammt spannend. Und unterm Strich habe ich nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen. Vor allem Erfahrung. Und die, die kann mir nicht nur keiner nehmen, sie ist auch verdammt wertvoll. Also, falls mich jemand fragt, was ich mir für dieses Buch wünsche und was ich erhoffe, dann sage ich: Sollte Ende 2009 herauskommen, dass ich die erste Auflage (6.000 St.) verkauft haben, dann werde ich springen und tanzen. Und sehr, sehr glücklich sein!

Ich möchte mich an dieser Stelle bei Carlsen bedanken, die mir in den 8 Monaten seit der Vertragsunterschrift in jeder Sekunde das Gefühl gegeben haben, voll und ganz hinter mir und meinen Texten zu stehen. Vor allem bei meinem Lektor Oliver bedanke ich mich, genauso wie bei meinem Illustrator Flix, meinem Freund und Netzwerker Ralph sowie bei meiner Pressebetreuerin Antje. Und natürlich bei meiner Freundin, die mich in diesem ganzen Poetry-Slam-Wahnsinn so toll supportet. Und bei code-x, aus den gleichen Gründen. Ihr seid gut drauf, Dudes!

Ach ja, wer im Bielefelder Raum wohnt: Heute ab 11 Uhr bin ich live bei Radio Bielefeld. Hört mal rein!

11 Antworten zu Es ist da, Baby!

  1. Pingback: Hinter den Kulissen der Waldorfschule | Blogboys

  2. War ich „Patient Nr. 1“? Das wäre ja toll. Wenn nicht auch. So. Morgen Hagen, der Herr?

  3. Ach ja: Glückwunsch. Und 6000 hast Du bis Ostern verkauft. Wart’s ab. ;-)

  4. Seh ich auch so wie Markus. 6000 sind dieses Jahr locker wech. Viele Lesungen und Auftritte fördern den Verkauf, also mach’s wie ich mit “Stadtgeschehen bei Mischwetter” damals und hab immer ein paar dabei!

  5. Mischa, herzlichen Glückwusch und ich freue mich schon bald dein Buch in den Händen zu halten.

  6. Pingback: Es ist da, Baby! — Hamburger Recipes

  7. herzlichen glückwunsch mischa.

    ich freue mich sehr für dich und und auf dein buch.

    flo aus kölle

  8. lese das erst jetzt. Kann man das von radio bi noch irgendwo nachhören? :)

  9. Pingback: Mischa bei Thalia | Blogboys

  10. Ich glaube, Mischa denkt immer noch, er sei bei d e m Carlsen-Verlag gelandet. dem mit Harry Potter, Tim & Struppi, Pixi und so. Dem g r o ß e n Carlsen Verlag eben.
    Wer sagt ihm die Wahrheit? Dass es 2 Carlsen-Verlage gibt?

  11. lockesantacruz

    Wer sagt Major Dom, dass man beim Nasebohren aufhören muss, wenn man auf Widerstand trifft?

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